Sai­son 31/32: 3 Duel­le um die Nie­der­rhein­meis­ter­schaft

von To­bi­as Pitsch

S31_32 3 Spiele
Abbildung 1 aus: Duisburger Generalanzeiger (14. März 1932), Nr. 73, 2. Beilage.

Der Mei­de­ri­cher SV ge­wann die Grup­pe A, der in zwei Grup­pen un­ter­teil­ten Son­der­klas­se der Be­zirks­li­ga Nie­der­rhein. Von den 22 Grup­pen­spie­len konn­ten 18 ge­won­nen wer­den und nur 2 gin­gen ver­lo­ren. Damit kam der MSV, nach der da­mals gel­ten­den 2 Punk­te Regel, auf 38 Punk­te. Ein Tor­ver­hält­nis von 73:22 legte den Grund­stein für den Grup­pen­sieg und war gleich­zei­tig so­wohl der zweit­bes­te An­griff als auch die zweit­bes­te Ver­tei­di­gung der Grup­pe. Kom­for­ta­bel war der Grup­pen­sieg je­doch nicht. Mit nur einem Punkt we­ni­ger be­leg­te der VfvB Ruhr­ort den zwei­ten Platz. Ein Un­ent­schie­den wurde den Ruhr­or­tern zum Ver­häng­nis. Hätte bei Punk­te­gleich­stand der Tor­quo­ti­ent ge­zählt (Er­ziel­te Tore/ Ge­gen­to­re) wären die Ruhr­or­ter Grup­pen­sie­ger ge­we­sen, denn als ein­zi­ge Mann­schaft der Grup­pe schos­sen sie so­wohl mehr Tore und lie­ßen we­ni­ger Ge­gen­to­re zu (81:18). Die­ser knap­pe Vor­sprung, von einem Punkt, löste den Ze­bras das Ticket für das End­spiel um die Nie­der­rhein­meis­ter­schaft. Geg­ner war der Sie­ger der Grup­pe B, der Duis­bur­ger FV 08 aus Hoch­feld. Die grün-wei­ßen hatte sich eben­falls knapp, auch mit einem Punkt Vor­sprung, vor dem Hom­ber­ger SV 03 durch­ge­setzt. Nach 22 Spie­len stan­den bei den Hoch­fel­der 34 Punk­te und ein Tor­ver­hält­nis von 55:26 zu buche.

Nun ging es darum im di­rek­ten Duell den Meis­ter am Nie­der­rhein zu be­stim­men, der damit an der West­deut­schen Meis­ter­schaft teil­neh­men soll­te. Der Sie­ger wurde mit­tels Hin- und Rück­spiels er­mit­telt. Eine Aus­wärts­tor­re­gel gab es nicht, wo­durch ein Ent­schei­dungs­spiel fäl­lig würde, soll­ten beide Mann­schaf­ten je eine Par­tie für sich ent­schei­den kön­nen.

Das Hin­spiel fand beim Mei­de­ri­cher SV statt. Trotz par­al­lel statt­fin­den­den Wah­len zum Reich­s­prä­si­den­ten fan­den etwa 8.000 Zuschau­er ihren Weg an die Wes­ten­der Stra­ße. Wäh­rend der MSV in der Vor­wo­che sein letz­tes Grup­pen­spiel gegen die Sp.Vgg. Ober­hau­sen-Sty­rum (3:2 für den MSV), heute bes­ser be­kannt als Rot-Weiß Ober­hau­sen, im Schnee­ge­stö­ber be­stritt, hatte der Duis­bur­ger FV 08 spiel­frei. Nicht mit von der Par­tie war der er­krank­te Ver­tei­di­ger der Mei­de­ri­cher Hein­rich Graff­mann. Er wurde von Schä­fer ver­tre­ten. „Ehe der Kampf be­gann, gab es eine klei­ne Son­der­be­grü­ßung. Dr. Un­ter­berg, der 1. Vor­sit­zen­de des MSV, ließ den ‚Hoch­fel­dern‘ einen Blu­men­strauß über­rei­chen und des­glei­chen auch Wal­ter Krä­mer, der heuer 11 Jahre lang in der ers­ten Mann­schaft spielt“, schrieb der Duis­bur­ger Ge­ne­ral­an­zei­ger. Und die Be­schrei­bung Kampf traf es ganz gut. Der von der März­son­ne auf­ge­tau­te Platz mach­te es bei­den Mann­schaf­ten schwer tech­nisch an­spruchs­vol­len Fuß­ball zu spie­len. Der sich dar­aus ent­wi­ckeln­de Kampf for­der­te Tri­but. Nach nicht ein­mal 20 Mi­nu­ten muss­te Di­scher, der Link­ver­tei­di­ger des Duis­bur­ger FV 08, ver­letzt raus. Grund war ein Zu­sam­men­stoß mit Spie­ring, einem der Mei­de­ri­cher Stür­mer. Somit waren die Gäste den Rest des Spiels in Un­ter­zahl, da die Aus­wechs­lung noch nicht er­fun­den war. Und dies konn­te der MSV für sich nut­zen. Ein Frei­stoß des Ju­bi­lar Krä­mer wurde von Gäs­te­kee­per Gra­bow­ski „bril­lant“ ab­ge­wehrt, doch ei­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter er­ziel­te Krei­en­berg das 1:0 für die Gast­ge­ber. 7 Mi­nu­ten spä­ter, nach einer Ecke für den MSV, konn­ten die 08er den Lat­ten­schuss von Krä­mer nicht klä­ren. Der Duis­bur­ger Ge­ne­ral-An­zei­ger und die Rhein- und Ruhr­zei­tung sind sich un­eins, ob das dar­aus re­sul­tie­ren­de 2:0 durch den Mei­de­ri­cher Stür­mer Spie­ring er­zielt wurde oder ob 08 Tor­hü­ter Gra­bow­ski sich den Ball ins ei­ge­ne Tor lenk­te. Noch vor der Pause sorg­te Krä­mer mit einem „Spit­zen­schuss“ für die Ent­schei­dung. Mit einem Spiel­stand von 3:0 ging es für die Mann­schaf­ten zum Pau­sen­tee.

3 Duelle Abb2
Abbildung 2 aus: Rhein- und Ruhrzeitung (14. März 1932), Nr. 124, S. 4.

Nach der Pause kamen die Gäste bes­ser in die Par­tie. Sie hat­ten zeit­wei­se mehr vom Spiel und er­spiel­ten sich Chan­cen, je­doch „an einen Sieg war al­ler­dings nicht zu den­ken“, wie der Duis­bur­ger Ge­ne­ral-An­zei­ger no­tier­te. Die Rhein- und Ruhr­zei­tung schrieb dar­über hin­aus „die Ue­ber­le­gen­heit des Sie­gers wurde nicht ge­bro­chen.“ Nach einer Flan­ke von Kem­per­mann be­sorg­te Jan­sen 10 Mi­nu­ten vor Schluss den 4:0 End­stand. Es war ein über­ra­schen­des Er­geb­nis, wel­ches in der Höhe je­doch ver­dient war. Ins­ge­samt ein sehr hit­zi­ges Spiel bei dem der Schieds­rich­ter „gar­nicht in der Lage [war] einen so schwe­ren Kampf in sei­nen Gren­zen zu hal­ten,“ wie der Duis­bur­ger Ge­ne­ral-An­zei­ger ur­teil­te. In der Rhein- und Ruhr­zei­tung wurde der Sturm des MSV trotz sei­ner vier Tore als der schwächs­te Mann­schafts­teil be­zeich­net.

Nach die­sem deut­li­chen Er­geb­nis tra­fen die bei­den Mann­schaf­ten, eine Woche spä­ter, in der Gru­ne­wald-Kampf­bahn, un­weit des Wed­austa­di­on, auf­ein­an­der. Die grün-wei­ßen Haus­her­ren aus Hoch­feld waren, auf und neben dem Platz, vor­be­rei­tet. Im In­nen­raum des Sta­di­ons wur­den Bänke auf­ge­stellt, um Platz für mehr Zuschau­er zu schaf­fen. Bei 10.000 Zuschau­ern, die kamen, um sich das Spiel an­zu­schau­en, war „das Fas­sungs­ver­mö­gen des Hoch­fel­der Plat­zes [&hel­lip;] mit die­ser Re­kord­zahl völ­lig er­schöpft.“ Das Sta­di­on war nicht nur voll, es war über­füllt! Die Zuschau­er sahen ein Spiel, wel­ches sich da­durch aus­zeich­ne­te, dass „bei­de Ein­hei­ten kämpf­ten ver­zwei­felt und ver­bis­sen, so daß auch Här­ten auf­tra­ten, die das Schö­ne dem Spiel nah­men.“ Auf Sei­ten der Mei­de­ri­cher kehr­te Graff­mann, der im Hin­spiel noch fehl­te, zu­rück. Für die Hoch­fel­der soll­ten die Ge­brü­der Gutt­mann auf der rech­ten Sturm­sei­te zu den ent­schei­den­den Cha­rak­teren wer­den.

Doch be­trach­ten wir das Spiel von An­fang an. Und es ging mun­ter los. Nach 10 Mi­nu­ten gin­gen die Haus­her­ren in Füh­rung. Nach einer Flan­ke von Gutt­mann I (in zeit­ge­nös­si­schen Zei­tungs­ar­ti­keln war es üb­lich die Spie­ler bei glei­chen Nach­na­men durch­zu­num­me­rie­ren) fass­te sich Möck ein Herz und er­ziel­te mit einem Pracht­schuss das 1:0. Kurz dar­auf kom­bi­nier­ten sich die Gutt­män­ner durch. Pe­ters, der Mei­de­ri­cher Ver­tei­di­ger, sah dabei nicht gut aus. Gutt­mann II voll­streckt nach Flan­ke von Gutt­mann I zum 2:0, sein zwei­ter As­sist in­ner­halb von kur­z­er Zeit. Doch die Mei­de­ri­cher waren nicht chan­cen­los. Be­son­dern nach Ecken wurde es vor dem Tor der 08er ge­fähr­lich. Krä­mer mit einem Zu­spiel zu Kem­per­mann „der mit Bom­ben­schuß unter die Latte schießt.“ Nur noch 2:1 für die Haus­her­ren. Nun zoll­te die Härte des Spiels Tri­but. Krei­en­berg ver­letz­te sich bei einem Zu­sam­men­prall und muss­te pau­sie­ren, konn­te nach der Pause je­doch wei­ter­spie­len. Auch Klein fehl­te den Mei­de­ri­chern zeit­wei­lig. Auf Sei­ten der 08er traf es Pra­mann. Die Rhein- und Ruhr­zei­tung merk­te an, „dass der Kampf lei­der zu hart durch­ge­führt wurde.“ Ohne wei­te­re Tore ging es in die Pause.

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Abbildung 3 aus: Rhein- und Ruhrzeitung (21. März 1932), Nr. 136, S. 4.
3 Duelle Abb 4
Abbildung 4 aus: Rhein- und Ruhrzeitung (21. März 1932), Nr. 136, S. 4.

Aus der Pause kamen die Mei­de­ri­cher wie­der zu elft, aber auch schwä­cher, zu­rück. Es dau­er­te 20 Mi­nu­ten, bis die Haus­her­ren dies nut­zen konn­ten und den Vor­sprung durch Gutt­mann II, der damit einen Dop­pel­pack schnür­te, auf 3:1 aus­bau­ten. 10 Mi­nu­ten vor Schluss gab es Frei­stoß für den MSV. Krä­mer trat die­sen und Jan­sen ver­kürz­te auf 3:2. Der Duis­bur­ger Ge­ne­ral-An­zei­ger be­rich­te­te, dass die Li­ni­en­rich­ter wegen an­geb­li­cher Ab­seits­stel­lung gegen das Tor pro­tes­tier­ten. Doch allem Pro­test zum Trot­ze, das Tor zähl­te. Und nun be­gann eine hek­ti­sche Schluss­pha­se in der die 08er, die bis­her tech­nisch und spie­le­risch über­le­gen waren, ner­vö­ser wur­den. Die Gäste aus Mei­de­rich setz­ten zum Schluss­s­purt an und hat­ten in Form eines Lat­ten­tref­fers noch die Chan­ce auf dem Aus­gleich. Doch schlus­send­lich er­ran­gen die Hoch­fel­der Gast­ge­ber einen Sieg „der zah­len­mä­ßig höher hätte aus­fal­len kön­nen“, wie der Duis­bur­ger Ge­ne­ral-An­zei­ger sein Fazit zieht.

Nach dem Spiel kam es zu un­schö­nen Sze­nen. Die Zuschau­er stürm­ten das Feld und die Ord­ner „wa­ren nach Kamp­fen­de völ­lig macht­los, als sich Si­tua­tio­nen be­ga­ben, die mit Sport nichts zu tun haben“, wie die Rhein- und Ruhr­zei­tung be­rich­te­te. Nach An­ga­ben des Duis­bur­ger Ge­ne­ral-An­zei­gers soll es zu Zwi­schen­fäl­len zwi­schen den Zuschau­ern, die das Feld stürm­ten, und Spie­lern des MSV ge­kom­men sein. Schließ­lich muss­te die Po­li­zei den Platz räu­men. So trüb­te dies einen ver­dien­ten Er­folg des Duis­bur­ger FV 08. Somit hat­ten nun beide Mann­schaf­ten ihr Heim­spiel ge­won­nen und die Ent­schei­dung, wer denn nun Fuß­ball­meis­ter am Nie­der­rhein wird, war ver­tragt.

3 Duelle Abb 5
Abbildung 5 aus: Duisburger Generalanzeiger (29. März 1932), Nr. 86, 2. Beilage.

Ge­­fällt wer­­den soll­te diese Ent­­schei­­dung auf neu­tra­lem Boden eine Woche spä­ter. Am Os­ter­­sonn­­tag 1932 tra­­fen der Mei­­de­ri­cher SV und der Duis­­bur­­ger FV 08 im fest­­lich ge­schmück­ten We­d­austa­­di­on, da­­mals noch Duis­­bur­­ger Sta­­di­on ge­­nannt, auf­­ein­an­­der. Das alles ent­­schei­­den­­de Spiel lock­te 20 bis 25.000 Zuschau­er ins Sta­­di­on. Die Rhein- und Ruhr­­zei­tung be­rich­te­te, dass „mit Aus­­nah­­me der schwach be­­setz­ten Tri­­bü­­ne [&hel­­lip;] das rie­­si­­ge Oval rund herum be­­setzt“ war. Das Spiel lock­te Zuschau­er aus der Re­­gi­on an und es waren viele unter ihnen, die „sich bei ihnen [sic!] Ne­­ben­leu­ten er­­kun­­dig­ten, ob die ‚Ge­­streif­ten‘ die Mei­­de­ri­cher wären.“ Einen Fa­vo­ri­ten gab es nicht. Beide Mann­­schaf­ten konn­ten ihr Heim­­spiel ver­­­dient für sich ent­­schei­­den. Alles war be­reit für das alles ent­­schei­­den­­de Spiel, mit Aus­­nah­­me der Sta­­dion­uhr des We­d­austa­­di­­ons. Diese war die erste Fir­­men­wer­­bung im Sta­­di­on und erst we­­ni­­ge Jahre zuvor im Sta­­di­on an­­ge­­bracht wor­­den. Sie wurde von der Firma „Eter­­na“ ge­s­pen­­det und im Ge­­gen­­zug war sie mit einer Wer­­bung der Firma ver­­­se­hen wor­­den. Dar­­über hin­­aus ver­­­zich­te­te die Stadt auf wei­te­­re Wer­­be­­schil­­der im Sta­­di­on.  Wahr­­schein­­lich war die Uhr im Win­ter ein­­ge­fro­ren und funk­tio­­nier­te daher nicht mehr. Die Auf­s­tel­­lung des MSV war fol­­gen­­de: Schrei­­ber im Tor, Hein­rich Graff­­mann, Schä­­fer und Klein in der Ab­wehr, Lange und Schmitz im Mit­tel­­feld, Spie­ring, Neu­­mann, Wal­ter Krä­­mer, Jan­­sen und Kem­­per­­mann im Sturm. Schä­­fer rück­te, aus dis­­zi­p­li­na­ri­­schen Grün­­den, für Pe­ters in die Mann­­schaft. Auch Krei­en­­berg stand nicht in der Auf­s­tel­­lung.

Die Zuschau­er sahen zu Be­­ginn einen of­­fe­­nen Schlagab­tausch mit Chan­­cen auf bei­­den Sei­ten. Beide Tor­hü­ter waren früh ge­zwun­­gen ihre Mann­­schaft vor dem Rück­­stand zu be­­wah­ren. Doch be­reits nach 10 Mi­­nu­ten konn­ten die Mei­­de­ri­cher sich, durch ein glück­­li­ches 1:0, einen Vor­­teil ver­­­schaf­­fen. Nach einem An­­griff das MSV lan­­de­te der Ball in den Hän­­den von 08 Tor­hü­ter Gra­­bowk­­si von wo aus der Ball zu Spie­ring kam, der aus gut 30 Me­tern ins leere Tor traf. Wie genau dies pas­­sier­te lässt sich nicht re­­kon­stru­ie­ren. Es ist je­­doch wahr­­schein­­lich, dass ein Ab­­stoß oder Ab­wurf von Gra­­bow­­ski auf­­­grund des Ge­­gen­win­­des zu kurz ge­riet. Nach die­­sem Rück­­schlag drück­ten die Hoch­­fel­­der und kamen durch gute Flach­­kom­­bi­na­tio­­nen zu Chan­­cen. Gut­t­­mann I gab den Ball zu Kirch­hoff auf der an­­de­ren Seite, von da ging der Ball auf Pra­­mann. Sein Schuss ging nur knapp am Pfos­ten vor­­­bei. Die Hoch­­fel­­der mach­ten Druck und die Mei­­de­ri­cher kon­ter­ten. Neu­­mann muss­te nur einen Ver­tei­­di­­ger der hoch auf­­­ge­rück­ten Hoch­­fel­­der Ver­tei­­di­­gung aus­­­spie­len und konn­te schie­­ßen. Sein Tre­f­­fer aus gut 25 Me­tern wurde als „Pracht­leis­tung“ be­ti­telt. In der 30. Mi­­nu­te tra­­fen die Ze­­bras er­­neut, doch der Schieds­rich­ter ent­­schied auf Ab­­seits.

In der Folge schaff­ten es die Hoch­­fel­­der sich vor dem Tor des MSV fest­­zu­­set­­zen. Bei der drit­ten Ecke brach­te Gut­t­­mann I den Ball zu Pra­­mann der den Ball an Freund und Feind vor­­­bei ins Tor schob. Die Zei­tungs­­­be­rich­te sind sich un­­eins ob wirk­­lich Pra­­mann das Tor er­­ziel­te oder Möck der Tor­­schüt­­ze. Je­­den­falls war MSV Kee­­per Schrei­­ber ohne Sicht auf den Ball und hatte keine Chan­­ce den An­­schluss­tre­f­­fer zu ver­­hin­­dern. Das Spiel war wie­­der offen und die 08er hat­ten die Ge­le­­gen­heit zu Aus­­gleich. Dies­­mal war Schrei­­ber je­­doch zur Stel­le und holte den Schuss von Möck aus der obe­ren To­re­­cke. Auf der Ge­­gen­­sei­te war es 08 Tor­hü­ter Gra­­bow­­ski der nach einem Al­lein­­gang von Kem­­per­­mann des­­sen Schuss zur Ecke klär­te. Beide Tor­hü­ter hat­ten ihren An­­teil an einem knap­­pen Spiel­­stand kurz vor der Pause. Doch eine Mi­­nu­te vor der Pause eine Chan­­ce für den MSV. Spie­ring schoss auf der Dre­hung, der Ball prall­te auf den Boden auf. Gra­­bow­­ski wurde von Mei­­de­richs Mit­tel­­stür­­mer Krä­­mer be­hin­­dert, wo­­durch der Ball nach dem Auf­pral­­ler über ihn hin­­­weg ins Tor flog. 3:1 die Pau­­sen­­füh­rung für den MSV.

Die Rhein- und Ruhr­­zei­tung fass­te die erste Halb­­zeit wie folgt zu­­sam­­men: „Wohl hat­ten die 08er im er­s­ten Akt man­che Tor­chan­­cen, doch das Glück war gegen sie.“ Mit die­­ser Bürde ging es in die zwei­te Halb­­zeit. Die erste Halb­­zeit hatte Kraft ge­­kos­tet, was zum Vor­­teil für den MSV wurde, muss­te er nur eine 2 Tore Füh­rung über die Zeit brin­­gen.

3 Duelle Abb 6
Abbildung 6 aus: Duisburger Generalanzeiger (29. März 1932), Nr. 86, 2. Beilage.

Aus der Pause kom­­mend mach­ten die Hoch­­fel­­der noch­­mal Druck. Aber in der 57. Mi­­nu­te spiel­te Krä­­mer zu Neu­­mann, der alle Zeit der Welt hatte sich den Ball zu­recht zu legen. Mit einem „Spit­­zen­­schuss“ zum 4:1 sor­g­te er für die Ent­­schei­­dung. Sein zwei­ter Tre­f­­fer an die­­sem Tag. Von da an war die Luft aus der Par­tie raus. Bei einem Zu­­sam­­men­prall mit Gut­t­­mann II ver­­letz­te Schä­­fer sich und muss­te vom Platz ge­tra­­gen wer­­den. Die Si­tua­ti­on wurde als in der Pres­­se als „völ­­lig un­­nö­tig“ und „un­er­hört“ be­wer­tet. Den­noch ein un­­fai­res Spiel war es nicht. Es war, wie schon die bei­­den Spie­le zuvor, ein har­tes Spiel, je­­doch wurde wirk­­lich un­­fai­res vom Schieds­rich­ter un­­ter­­bun­­den. Im Ge­­gen­­satz zu den bei­­den Spie­len zuvor wurde der Schieds­rich­ter, im Duis­­bur­­ger Ge­­ne­ral-An­­zei­­ger, für seien Leis­tung ge­lobt. Die letz­ten 30 Mi­­nu­ten ver­­stri­chen ohne span­­nen­­des und lie­­ßen eine ge­­ne­rell un­­in­ter­essan­te 2. Halb­­zeit aus­­klin­­gen. Bis auf zwei Au­­ßen­­netz­tre­f­­fer des MSV wurde nichts be­rich­tet.

In Summe ge­wan­­nen die Mei­­de­ri­cher ver­­­dient ihre drit­te Nie­­der­rhein­­meis­ter­­schaft in vier Jah­ren. Damit waren sie zur En­­drun­­de um die West­­deut­­sche Meis­ter­­schaft qua­­li­­fi­­ziert, wäh­rend die Sai­­son des Duis­­bur­­ger FV 08 an die­­ser Stel­le en­­de­te.

Quel­len:

  • Eck­ner, O. G.: Ers­tes Ent­schei­dungs­spiel um die Nie­der­rhein­meis­ter­schaft. Mei­de­ri­cher Spielv. : Duis­bur­ger FV. 08 4:0 (3:0), in: Duis­bur­ger Ge­ne­ral­an­zei­ger (14. März 1932), Nr. 73, 2. Bei­la­ge.
  • Um die Nie­der­rhein-Fuß­ball­meis­ter­schaft. Der Mei­de­ri­cher Sp.-V. sieg­te im 1. Gang, in: Rhein- und Ruhr­zei­tung (14. März 1932), Nr. 123, S. 6.
  • Und nun zum drit­ten Male. Der Kampf um die Nie­der­rhein-Fuß­ball-Meis­ter­schaft ge­wann dies­mal Duis­burg 08, in: Rhein- und Ruhr­zei­tung (21. März 1932), Nr. 135, S. 7.
  • Köll­ner, E.: Fuß­ball-Nie­der­rhein-Meis­ter­schaft noch nicht ent­schie­den. Duis­burg 08 siegt im zwei­ten Gang, in: Duis­bur­ger Ge­ne­ral­an­zei­ger (21. März 1932), Nr. 80, 1. Bei­la­ge.
  • Eck­ner, O. G.: Zum drit­ten Male in vier Jah­ren. Nie­der­rhein­meis­ter 1931/32: Mei­de­ri­cher Spv., in: Duis­bur­ger Ge­ne­ral­an­zei­ger (29. März 1932), Nr. 86, 2. Bei­la­ge.
  • Fünf Tore in 90 Mi­nu­ten. Der Spiel­ver­lauf des Ent­schei­dungs­spiels, in: Duis­bur­ger Ge­ne­ral­an­zei­ger (29. März 1932), Nr. 86, 2. Bei­la­ge.
  • Vor etwa 20.000 Zuschau­ern. Mei­de­ri­cher Sp.V. zum drit­ten­mal Be­zirks­meis­ter, in: Rhein- und Ruhr­zei­tung (29. März 1932), Nr. 144, S. 6.

Li­te­ra­tur:

Stand: 12.03.2021


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